PRP (Platelet Rich Plasma)

Was ist PRP?

Aus dem Blut Ihres Pferdes werden über ein spezielles System Thrombozyten (Blutplättchen) gewonnen. Diese liegen dann in hochkonzentrierter Form vor. Das entstandene Konzentrat nennt man PRP (Plättchen Reiches Plasma).

Wann wird PRP eingesetzt?

Bei akuten Band- und Sehnenverletzungen, Probleme bei Wundheilung.

Warum PRP?

Dabei sollen zwei Effekte ausgenutzt werden:

Erstens sind Thrombozyten eine reiche Quelle für eine Vielzahl von Wachstums- und Heilungsfaktoren, welche den natürlichen Heilungsprozess an Muskeln, Sehnen, Bändern und Knorpeln unterstützen bzw. die Wundheilung initiieren und stimulieren.

Zweitens bildet aktiviertes PRP ein Gerinnsel, welches zur Defektüberbrückung und als Baugerüst für Defektheilung und Zellmigration dient.

Konzentration

Eine offensichtliche Frage in der Anwendung eines Thrombozytenkonzentrats ist, welche Konzentration die besten Ergebnisse bringt. Die marktüblichen PRP-Maschinen produzieren ein zwischen 5- und 9-fach konzentriertes PRP, d.h. die 5- bis 9-fache Zahl an Thrombozyten pro Volumeneinheit im Vergleich zum peripheren Blut. Interessanterweise gibt es zu diesem Thema zwei Denkweisen: Die eine unterstützt die Maximierung der Konzentration zwecks Maximierung des Effektes, die andere besagt, dass es keine Unterschiede in klinischen Ergebnissen zwischen hohen (z. B. 5-fachen) und niedrigen (1-fachen oder 3-fachen) Konzentrationen gebe. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch nachteilige Effekte mit hohen PRP-Konzentrationen, wie z. B. Osteoblastenhemmung, dokumentiert wurden.

Zellkontamination

In praktisch allen gegenwärtigen Anwendungen ist PRP mit anderen Zelltypen des roten und weissen Blutbildes kontaminiert.

In der Orthopädie wird jedoch ausschließlich autologes (körpereignes) PRP benutzt, weshalb die Beimischung von anderen Zellen kein immunologisches Risiko birgt.

Man geht davon aus, dass die Beimengung von Leukozyten und Erythrozyten zu PRP, die Wundheilung positiv beeinflussen könnte.

Wie läuft eine Behandlung ab?

Die Behandlung kann ambulant oder in unserer Praxis stationär durchgeführt werden.

Zunächst ist es notwendig, die Lokalisation und die Größe des Defektes mittels Ultraschalluntersuchung zu bestimmen.

Bei unruhigen Pferden ist eine Sedierung erforderlich.

Dann wird dem Patienten aus der Halsvene Blut abgenommen. Über ein spezielles Verfahren werden aus dem Blut die Thrombozyten angereichert. Das gewonnene Konzentrat ist durch eine mindestens vierfache Erhöhung der Thrombozyten-Konzentration gekennzeichnet.

Im marktüblichen Standardverfahren werden die Blutplättchen schonend angereichert, so dass man ohne Zentrifugation auskommt. Stattdessen werden die Blutplättchen innerhalb eines sterilen Einwegsystems mittels Schwerkraft über spezielle Filter angereichert. Anschließend werden die Blutplättchen vom Filter gelöst und das so gewonnene Konzentrat in das geschädigte Gewebe des Patienten injiziert.